Differenzielles Training im Badminton (Akzent Vorhand-Überkopf-Smash) - Fachschaft Badminton Dortmund

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Differenzielles Training im Badminton (Akzent Vorhand-Überkopf-Smash)

Nachrichten > News > 2012/13
Beitrag von Dominik Kessler


Übe nie das Richtige, um das Richtige tun". Dies ist der Titel eines Beitrags von Prof. Schöllhorn. Doch wie kann das stimmen, etwas Richtiges zu tun, wenn das Richtige nie geübt wird? Prof. Schöllhorn begründet dies mit seinem Ansatz des Differenziellen Lernens. Er wendet sich von den traditionellen Ansätzen ab, in denen beim Lernen einer neuen Bewegung nach dem traditionellen Verständnis die zu erlernende Bewegung vielfach und immer gleich wiederholt wird. Er ist hingegen der Auffassung, dass jemand der versucht, beim Üben möglichst viele Varianten einzubauen, effizienter an sein Ziel kommt.


         



Eine sehr lange Zeit wurden Idealbewegungen festgelegt und anschließend nachgeahmt. Gibt es eigentlich eine Idealbewegung, die immer wiederholt werden kann? Oder ist eine Bewegung situativ und individuell und deshalb nicht wiederholbar? Ergebnisse von Experimenten aus dem Hochleistungssport und der Ganganalyse weisen darauf hin, dass ein Individuum ein angestrebtes Bewegungsideal wahrscheinlich nie erreichen kann. Bewegungen eines Menschen sind vielmehr so individuell und die Umstände, in denen sie stattfinden, so wechselhaft, dass sich eine Bewegung vermutlich nie exakt wiederholen lässt. Haben Sportler also in den letzten Jahrzehnten uneffektiv trainiert? Alleine schon durch die zunehmende Unzufriedenheit der Sportler mit ihrem Training macht es deutlich traditionelle Trainingsmodelle kritisch zu überdenken. Die Sportler kritisieren, in einem Trainingsprozess eine Bewegung immer und immer wieder auszuführen, bis sie perfektioniert ist, oder eben nicht. Viele Wissenschaftler sehen schon lange im systemdynamischen Ansatz eine höhere Effektivität als beim traditionellen Verständnis von Bewegungslernen. Die systemdynamischen Modelle haben seit den 80 er Jahren einen enormen Zuwachs wahrgenommen. Eine der bekanntesten Publikationen des systemdynamischen Ansatzes ist das "Differenzielle Lehren und Lernen" nach Schöllhorn aus dem Jahr 1999. Ist es nun an der Zeit, dass die traditionellen Trainingsansätze, die durch eine hohe Anzahl an Bewegungen geprägt sind, vom systemdynamischen Ansatz abgelöst werden? Im Rahmen dieser Arbeit soll die aktuelle Diskussion beider Trainingsansätze unter Akzentuierung auf den Badmintonsport, genauer auf dem Vorhand-Überkopfsmash, aufgegriffen werden.

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