Meisterschaft in Palma - Fachschaft Badminton Dortmund

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Meisterschaft in Palma

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Para-Badminton – 3. Internationale Spanische
Meisterschaft in Palma

Von Günter Klützke
16.05.2012

Die dritten internationalen spanischen Meisterschaften im Para-Badminton wurden am
zweiten Maiwochenende auf Mallorca durchgeführt. Erstmalig hatte Amparo Rayó Méca mit
der Unterstützung des Clubs Badminton Palma die internationale Elite des Badmintonsports
für Menschen mit Behinderungen in die Inselhauptstadt eingeladen. Die Premiere überzeugte
vor allem durch das Engagement des jungen Helferteams, das viele Teilnehmer überraschte.

57 Spielerinnen und Spieler, darunter 4 deutsche, aus 12 Landesverbänden waren zu 14 offiziellen
und einem Demonstrationswettbewerb angetreten. Die Teilnehmer kamen aus Brasilien, England,
Frankreich, Indien, Israel, Süd-Korea, Macau China, der Schweiz, Thailand, der Türkei, Spanien
und Deutschland. Nach der Austragung 2011 in San Pedro del Pinatar (Provinz Murcia) kämpften
nun in der überraschend auch mit den Flaggen der Volksrepubliken China und Nord-Korea
geschmückten Palma Arena oberhalb der Altstadt Stehend-Behinderte und Rollis (Badmintonspieler
im Rollstuhl) um die Titel.

Aufgrund der zu Beginn des Jahres geänderten Klassifikationsregeln ließ Chef-Klassifizierer José
Maria Lopez die Teilnahme zweier koreanischer Spieler nicht zu. Darüber hinaus durften für den
Rolli-Wettbewerb gemeldete Spieler aus Brasilien, Israel und Macau nur stehend in den Wettkampf
eingreifen. Die damit verbundenen Schwierigkeiten zeigte Romulo Junio Soares (Brasilien) deutlich
im Einzel der Klasse SL3.

Durch die Teilnahme der Spitzenspieler aus Korea und Thailand wurde das Rolli-Turnier vermutlich
trotz der bevorstehenden Europa- und Asienmeisterschaften zu dem in diesem Jahr weltweit am
besten besetzten. Die von Coach Kim Myo Jung angeleitete koreanische Riege blieb in den vier
Herrenwettbewerben ohne eine Niederlage. Hier konnte man die Früchte der Arbeit Kims, einer
ehemaligen Weltklassespielerin, die nun seit vier Jahren das koreanische Team betreut und an der
Universität Seoul über Para-Badminton forscht, bestaunen. Weltmeister Lee Samseop blieb im
Einzel und Doppel ohne Satzverlust. Aber auch Ex-Weltmeisterin Pookkham Sujirat (Thailand)
überzeugte in den Spielen der Klasse WH1 mit ihrer exzellenten Schlagtechnik.

Das deutsche Team

Das um den Stehend-Spieler Heiko Vüllers (RBG Dortmund 51) ergänzte kleine deutsche Rolli-
Team musste die Überlegenheit der Asiaten anerkennen. So unterlag das amtierende Weltmeister-
Doppel Thomas Wandschneider (RSG Langenhagen) / Avni Kertmen (Türkei) im Finale der
Paarung Lee/Choi 21:17 21:13. Im Viertelfinale des Einzels war Wandschneider schon mit 21:13
21:10 an Lee gescheitert.

Die RBG Dortmund 51 hatte die Rolli-Spieler Young-Shin Mi und Valeska Knoblauch auf die
Balearen geschickt. Während im Einzel spätestens im Viertelfinale Endstation war, konnten sie
zusammen gegen das türkische Doppel Platz 3 der Mixed-Konkurrenz WH1 erkämpfen. Am besten
schnitt Knoblauch jedoch im Damendoppel ab. Hier erhielt sie an der Seite von Pookkham Sujirat
nach einer knappen 17:21 19:21 Niederlage gegen die Schweizer Weltmeisterinnen Suter-
Erath/Häsler die Silbermedaille.

Heiko Vüllers hatte bei der Auslosung der Gruppen leider nicht besonders viel Glück und musste so
bereits vor der KO-Phase ausscheiden. Insbesondere im Doppel mit SL3-Einzelsieger Kim Chang
Man (Korea) lag dies wohl am Zufallsgenerator des Turnierprogramms.
Für alle deutschen Spieler war das Turnier in Palma eine hervorragende Vorbereitung auf die Para-
Badminton Europameisterschaft vom 7. – 10. Juni in Dortmund. Dort werden keine asiatischen
Gegner erscheinen, sodass Thomas Wandschneider ein sicherer Medaillentipp ist. An der Seite von
Kertmen dürfte er im Doppel der Goldfavorit sein.

Auch die deutschen Offiziellen verdienten sich Lob auf Mallorca. Mit Barbara Bub und Stefan
Fürstenau kamen zwei der sieben im Turnier von Referee Carmen Martinez Villanueva (Spanien)
eingesetzten Schiedsrichter aus Deutschland.

Zum größten Problem der Dortmunder Teilnehmer wurde der Abend des Samstags. Untergebracht
in der Engländer-Hochburg Magalluf war die Betrachtung des Berliner DFB-Pokalendspiels in
einem Pub eine besondere Aufgabe, die Young-Shin Mi hervorragend löste. Schnell einen Transport
nach El Arenal organisiert und ein Lokal gefunden, in dem zumindest am Samstag keine Roten zu
sehen waren. So konnte das 5:2 genossen werden.

Bleibt zu hoffen, dass bei einer geplanten Wiederholung Amparo Rayó neben der
Turnierorganisation, ihren Taxi- und Schiedsrichtereinsätzen nicht wieder 7kg Pasta für das
Mittagessen der Teilnehmer kochen muss.

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