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Test für eine WM in Rodez

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Para-Badminton – Test für eine WM in Rodez

Von Günter Klützke
13.04.2012

Die internationalen französischen Meisterschaften im Para-Badminton wurden über die
Osterfeiertage in Rodez durchgeführt. Zum zweiten Mal organisierte Philippe Solanet dieses
Turnier mit Hilfe der Badminton Ligue Midi-Pyrénées, ihres Präsidenten Gilles Castillon und
des regionalen Behindertensportverbands in Aveyron. Der reibungslose Ablauf in der Halle
war eine Werbung für die im nächsten Sommer am gleichen Ort geplanten 9.
Weltmeisterschaften.

60 Spielerinnen und Spieler, darunter 9 deutsche, aus 11 Landesverbänden waren zu 11 offiziellen
und 5 Demonstrationswettbewerben angetreten. Die Teilnehmer kamen aus England, Guatemala,
Indien, den Niederlanden, Russland, Schottland, der Schweiz, Spanien, Thailand, Frankreich und
Deutschland. Nach der Austragung 2010 in Blagnac kämpften nun in der auch für die WM
vorgesehenen Halle unterhalb der Kathedrale von Rodez Kleinwüchsige, Stehend-Behinderte und
Rollis (Badmintonspieler im Rollstuhl) um die Titel.

Erstmalig wurden in diesem Turnier die zu Beginn des Jahres geänderten Klassifikations- und
Spielregeln angewendet. Mit einer Beschränkung der verschiedenen Klassen und wenigen
Abweichungen von den Standard-Regeln will der Badminton Weltverband (BWF) die Aufnahme
von Para-Badminton in das Programm der Paralympics 2020 erreichen. So gibt es nur noch drei
Klassen der Stehend-Behinderten (zwei für Behinderungen der Beine, eine für Behinderungen der
Arme) und die Netzhöhe der Rollis beträgt 1,55m. Die ebenfalls in Rodez tagende BWF Para-
Badminton Kommission bereitet zurzeit Interviews zu den Auswirkungen dieser Regeländerungen
vor.

Das deutsche Team

Diesmal wieder von Petra Opitz geleitet überzeugte das deutsche Team in allen Belangen. Großes
Lob erhielt es wegen seiner hervorragenden Vorarbeit von den Klassifizierern. Der deutsche
Schiedsrichter Stefan Fürstenau durfte das letzte Spiel leiten und das sicherlich Wichtigste: Alle
Sportler gewannen eine Medaille.

Die einzig goldene errang das WH1-Doppel Thomas Wandschneider (RSG Langenhagen) und
Young Chin Mi (RBG Dortmund), das im gesamten Turnier keinen Satz abgab. Der amtierende
Vizeweltmeister Wandschneider unterlag in einem der schönsten Finalspiele dem in den Pyrenäen
beheimateten Europameister David Toupé (Frankreich) mit 18:21 19:21. Hier zeigte sich, dass das
erhöhte Netz dem kleineren Toupé mehr behagte als dem deutlich größeren Deutschen. Dessen
Schmetterschläge kamen nun flacher übers Netz und waren wesentlich leichter abzuwehren. Auch
die anderen deutschen Rollis gelangten in Medaillenränge. So gewannen Mi Bronze im
Herreneinzel WH1, Elke Rongen (BSG Aachen) Bronze im Dameneinzel WH1, Valeska Knoblauch
(RBG Dortmund)/Mi Silber und Rongen/Marc Jung (RBG Dortmund) Bronze im Mixed WH2.

Im Stehendbereich überzeugte der erst sechzehnjährige Tim Haller (Buxtehuder SV) in seinem
zweiten Auslandseinsatz. Problemlos kam er im Einzel SL3 und an der Seite von Max Altenkamp
(MTV Langenberg) im Doppel ins Halbfinale. Dort gelangen dann jeweils umkämpfte
Dreisatzsiege. Nach dem Gewinn des ersten Finalsatzes im Einzel war es aber mit der
Unbefangenheit vorbei. Gegen einen lautstarken Manoj Sarkar (Indien) unterlag Haller schließlich
in den Sätzen zwei und drei zu 13 und 14. Beim nächsten Aufeinandertreffen könnte es mit der
gewonnenen Erfahrung schon anders aussehen. Das Doppel gewann die indische Paarung glatt
gegen die Deutschen. Jan-Niklas Pott (TSV Altenholz) erreichte mit seinem englischen Partner
Antony Forster das Doppelfinale der Klasse SL4. Dort hatten sie nach einer deutlichen
Leistungssteigerung sogar einen Satzball im zweiten Satz, der aber durch einen Netzroller
abgewehrt wurde. So setzte sich die Alt-Jung-Kombination Adisak Saengarayakul/Chawarat
Kitichokwattana aus Thailand schließlich mit 21:15 24:22 durch. Pott gewann ebenfalls eine
Bronzemedaille im Einzel.

Daria Lüttig (RBG Dortmund), die einzige Kleinwüchsige im deutsche Team, musste sich aufgrund
der zu geringen Teilnahme von Frauen in der Klasse SS6 auch mit Männern auseinandersetzen. Das
gelang ihr vorbildlich. Sie konnte immerhin beim Gewinn ihrer Bronzemedaille im Einzel drei
Vertreter des “starken” Geschlechts hinter sich lassen. Dies wurde allerdings von der ehemaligen
Vizeweltmeisterin Wandee Kamtam (Thailand) noch übertroffen, Diese belegte im SL3-Einzel bei
13 männlichen Teilnehmern den dritten Platz. Ihre Erschöpfung nach dem letzten Spiel konnten
dann auch alle Zuschauer sehen.

Bei einem gemütlichen Abend vieler Spieler im nahe der Kathedrale gelegenen Pub wurden bereits
Pläne für das nächste Jahr geschmiedet. Dann geht es wieder um Marcillac, Aligot und gegen noch
stärkere Konkurrenz um WM-Titel.

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